Zum Inhalt springen

Ratgeber

Barlowlinse: was bringt sie am Teleskop?

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Zu vielen Teleskopen gehört eine Barlowlinse, oft als kleines Zusatzteil im Zubehörkasten. Sie verspricht doppelte Vergrößerung, doch lohnt sich der Einsatz wirklich? Diese Seite erklärt, wie die Linse funktioniert, wie Sie die Vergrößerung ausrechnen und warum mehr Vergrößerung nicht automatisch mehr Details bedeutet. Außerdem erfahren Sie, welche Qualität sinnvoll ist und worauf Sie beim Einsatz achten sollten.

Wie eine Barlowlinse funktioniert

Die Barlowlinse ist eine negative (zerstreuende) Linsengruppe, die zwischen Okularauszug und Okular sitzt. Sie lässt das Licht vor dem Okular weniger stark konvergieren und verlängert damit die effektive Brennweite des Teleskops. Eine 2x-Barlow verdoppelt diese Brennweite, eine 3x-Barlow verdreifacht sie.

Der Effekt auf die Vergrößerung ist einfach: Die Vergrößerung ergibt sich aus Teleskopbrennweite geteilt durch Okularbrennweite. Wird die Teleskopbrennweite mit dem Barlow-Faktor multipliziert, steigt die Vergrößerung im gleichen Maß. Ein 25-mm-Okular an einem Teleskop mit 900 mm Brennweite ergibt 36fach, mit einer 2x-Barlow dann 72fach.

Vergrößerung ausrechnen

Mit dem Rechner für Teleskop-Vergrößerung tragen Sie Brennweite, Öffnung und Okularbrennweite ein und können zusätzlich den Barlow-Faktor angeben. Die Grundlagen stehen in Teleskop: Brennweite und Vergrößerung.

Auch ohne Rechner genügt eine Rechnung im Kopf. Sie teilen die Brennweite des Teleskops durch die Okularbrennweite und multiplizieren mit dem Faktor der Barlowlinse. Zwei Okulare plus eine 2x-Barlow ergeben so vier brauchbare Vergrößerungen, ohne dass Sie vier Okulare kaufen müssen.

Hinweis:Faustregel: Die sinnvolle Höchstvergrößerung liegt bei etwa dem Doppelten der Öffnung in Millimetern. Ein Teleskop mit 90 mm Öffnung trägt also selten mehr als rund 180fach, auch wenn die Packung mehr verspricht.

Was sie nicht kann

Eine Barlowlinse macht das Bild größer, nicht besser. Die Auflösung hängt von der Öffnung des Teleskops ab, nicht vom Zubehör. Reicht die Öffnung nicht aus, erscheinen die Details nur größer und weicher. Zugleich verteilt sich dasselbe Licht auf eine größere Fläche: Das Bild wird dunkler, und die Austrittspupille schrumpft.

Auch die Luftunruhe (Seeing) setzt Grenzen. An vielen Abenden trägt die Luft nur mittlere Vergrößerungen, hohe Werte liefern dann ein flimmerndes Bild. Mehr dazu in Teleskop-Bild unscharf.

Ein Beispiel: Zeigt das Okular bei 150fach bereits ein weiches, flimmerndes Bild, wird es mit einer Barlow bei 300fach nicht schärfer, sondern nur größer und unruhiger. Gehen Sie in solchen Fällen lieber eine Stufe zurück und warten Sie auf ruhigere Luft.

Wann sich eine Barlowlinse lohnt

Sinnvoll ist sie bei Mond und Planeten, wo hohe Vergrößerung Details sichtbar macht. Bei Jupiter und Saturn gehen Wolkenbänder oder Ringteilung oft erst mit Vergrößerungen ab etwa 100fach auf. Auch bei Doppelsternen hilft sie, enge Paare zu trennen.

Nicht nötig ist sie bei Nebeln, Galaxien und großen Sternhaufen. Diese Objekte brauchen niedrige Vergrößerung und ein großes Gesichtsfeld, damit sie sich vom Hintergrund abheben. Eine Barlowlinse würde sie nur dunkler machen.

Ein weiterer Vorteil: Viele Okulare haben bei langer Brennweite einen komfortablen Einblick. Mit einer Barlow erzielen Sie hohe Vergrößerungen, ohne ein Okular mit sehr kurzer Brennweite und knappem Augenabstand nutzen zu müssen. Das ist für Brillenträger interessant. Wie Okulare zusammenwirken, erklärt Okulare für Teleskope.

Qualität und Handhabung

Einfache Barlowlinsen in Einsteigersets sind oft aus wenigen Linsen aufgebaut. Das reicht für leichte Vergrößerungen, bei höheren Werten kann es zu Farbsäumen oder weicheren Rändern kommen. Mehrlinsige, vergütete Modelle sind meist besser. Prüfen Sie den Steckdurchmesser, damit die Linse in den Okularauszug und das Okular in die Linse passt.

Beim Einsatz fokussieren Sie nach dem Einsetzen neu, weil sich der Fokuspunkt verschiebt. Beginnen Sie mit dem Okular niedriger Vergrößerung, zentrieren Sie das Ziel und erhöhen Sie dann Schritt für Schritt. Wer ein Einsteigerteleskop sucht, findet geeignete Modelle in Teleskop für Einsteiger.

Alternative: Okulare mit kürzerer Brennweite

Statt einer Barlowlinse können Sie auch ein Okular mit kürzerer Brennweite kaufen. Das hat Vorteile: Der Lichtweg bleibt kürzer, und es gibt keine zusätzlichen Glasflächen. Die Barlow dagegen verdoppelt jede Okularwahl, ist platzsparend und meist günstiger als zusätzliche Okulare. Beide Wege führen zum gleichen Ziel, die Entscheidung hängt vom Bedarf ab.

Für den Anfang genügt häufig der Satz aus dem Lieferumfang. Sobald Sie wissen, welche Objekte Sie bevorzugen, lässt sich gezielt nachrüsten.

Häufige Fragen

Verdoppelt eine 2x-Barlow wirklich die Vergrößerung? Ja, rechnerisch. Sie multipliziert die Brennweite des Teleskops, und damit die Vergrößerung jedes Okulars, mit dem Faktor 2.

Wird das Bild durch die Barlow schlechter? Es wird dunkler und kann bei einfachen Linsen etwas weicher werden. Die Auflösung hängt weiter von der Öffnung ab.

Welche Barlow passt zu meinem Teleskop? Entscheidend ist der Steckdurchmesser des Okularauszugs, häufig 31,75 mm. Ein Faktor von 2 ist für den Einstieg gängig.

Kann ich die Barlow bei Fernglas oder Spektiv nutzen? Nein, sie ist für Teleskope mit Okularauszug gedacht.

Was Sie dafür brauchen