Ratgeber
Okulare für Teleskope: Brennweite und Sehfeld
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Kurz gesagt
Das Okular bestimmt die Vergrößerung: Teleskop-Brennweite geteilt durch Okular-Brennweite. Ein langes Okular wie 25 mm zeigt viel Himmel bei geringer Vergrößerung, ein kurzes wie 6 mm vergrößert stark bei kleinem Ausschnitt. Eine Barlowlinse verdoppelt oder verdreifacht die Vergrößerung jedes Okulars, ersetzt aber keine größere Öffnung.
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Das Okular ist die Linsengruppe, in die Sie hineinschauen. Es ist austauschbar und bestimmt, wie stark das Bild vergrößert wird und wie viel Himmel Sie sehen. Diese Seite erklärt die wichtigsten Angaben, geht auf Barlowlinse und Zenitspiegel ein und hilft zu entscheiden, welches Zubehör sich lohnt.
Brennweite des Okulars
Okulare tragen eine Zahl in Millimetern, zum Beispiel 25 mm, 10 mm oder 6 mm. Sie ist die Brennweite des Okulars. Je kleiner die Zahl, desto stärker die Vergrößerung bei demselben Teleskop. Die Rechnung lautet: Teleskop-Brennweite geteilt durch Okular-Brennweite.
Bei 900 mm Brennweite ergibt ein 25-mm-Okular 36-fach, ein 10-mm-Okular 90-fach. Mit dem Rechner für Teleskop-Vergrößerung probieren Sie die Zahlen für Ihr Gerät aus. Warum hohe Vergrößerung nicht automatisch mehr Details bringt, steht unter Brennweite, Öffnung und Vergrößerung.
Scheinbares Gesichtsfeld und Steckmaß
Das scheinbare Gesichtsfeld gibt an, wie weit der Blick im Okular erscheint, in Grad, etwa 50 Grad bei einfachen Bauformen und 70 Grad oder mehr bei Weitwinkelokularen. Das wahre Gesichtsfeld, also der Himmelsausschnitt, ergibt sich ungefähr aus scheinbarem Gesichtsfeld geteilt durch Vergrößerung.
Das Steckmaß ist der Durchmesser der Okularhülse. Üblich sind 1,25 Zoll und 2 Zoll. Einsteigerteleskope haben fast immer 1,25 Zoll, das Zubehörangebot ist dafür groß. Prüfen Sie vor dem Kauf, welches Maß Ihr Okularauszug hat.
Bauformen: Kellner, Plössl und Weitwinkel
Okulare unterscheiden sich im Linsenaufbau. Einfache Typen wie Kellner oder Huygens liefern im Mittelfeld ein ordentliches Bild, haben aber kleines Gesichtsfeld und zeigen am Rand eher Verzerrungen. Plössl-Okulare gelten als solide Allrounder mit etwa 50 Grad Gesichtsfeld und guter Schärfe. Weitwinkelokulare bieten mehr Gesichtsfeld, sind schwerer und teurer.
Wichtig ist auch der Augenabstand, englisch Eye Relief. Er beschreibt, wie weit das Auge hinter der letzten Linse sein darf. Brillenträger brauchen einen größeren Abstand, um das ganze Bild zu sehen. Bei kurzen Brennweiten wird er oft knapp.
Welche Okulare zum Lieferumfang gehören
Einsteigerteleskope kommen häufig mit zwei Okularen, oft einem längeren für den Überblick und einem kürzeren für höhere Vergrößerung. Dazu kommt oft ein Zenitspiegel, der den Blick bei steilen Zielen angenehmer macht. Häufig liegt auch eine Barlowlinse bei. Welche genau, steht in der Beschreibung des einzelnen Modells.
Die mitgelieferten Okulare reichen, um mit Mond und Planeten zu starten. Mit der Zeit zeigt sich, welche Vergrößerung Sie am häufigsten nutzen. Erst dann lohnt es sich, gezielt zu ergänzen.
Was eine Barlowlinse tut
Die Barlowlinse wird zwischen Okularauszug und Okular gesteckt. Sie verlängert die Brennweite des Teleskops, bei Faktor 2 verdoppelt sie die Vergrößerung jedes Okulars. Mit zwei Okularen und einer Barlow haben Sie vier Vergrößerungen.
Dafür geht etwas Helligkeit verloren, und eine schlechte Barlow kann die Bildqualität mindern. Die Linse ist eine Möglichkeit, günstig mehr Auswahl zu bekommen, aber kein Ersatz für ein gutes Kurz-Okular.
| Okular | Vergrößerung | mit Barlow 2x |
|---|---|---|
| 25 mm | 36-fach | 72-fach |
| 15 mm | 60-fach | 120-fach |
| 10 mm | 90-fach | 180-fach |
Hinweis:Werte über dem Doppelten der Öffnung in Millimetern führen meist nur zu einem unscharfen, großen Bild.
Okular passend zur Öffnung wählen
Die Brennweite des Okulars sollte zur Öffnung und zum Öffnungsverhältnis des Teleskops passen. Eine Austrittspupille zwischen etwa 0,5 und 5 mm gilt als brauchbarer Bereich. Sie ergibt sich aus der Okular-Brennweite geteilt durch das Öffnungsverhältnis. Bei f/10 ergibt ein 10-mm-Okular 1 mm, bei f/5 dagegen 2 mm.
Sehr kleine Austrittspupillen machen das Bild dunkel und lassen Glaskörpertrübungen im Auge stören, sehr große verschenken Licht, wenn Ihre Pupille kleiner ist. Beim Kauf zusätzlicher Okulare lohnt deshalb eine kurze Rechnung.
Was lohnt sich als Zubehör
Zuerst lohnt sich meist ein Okular mittlerer Brennweite, etwa 15 mm, das die Lücke zwischen Übersicht und hoher Vergrößerung füllt. Danach ein Weitwinkelokular, wenn das Sehfeld stört. Ein Zenitspiegel in guter Qualität wirkt sich oft stärker aus als ein teureres Okular. Filter für Mond oder Planeten ergänzen die Auswahl.
Für die Sonne gilt: keine Okularfilter. Sonnenbeobachtung ist nur mit einem zertifizierten Filter vor der Öffnung möglich, siehe Sonne beobachten. Weitere Hinweise zum Aufbau stehen im Beitrag Teleskop aufbauen.
Okulare pflegen und aufbewahren
Okulare sind empfindlich gegenüber Fingerabdrücken und Staub. Stecken Sie nach der Beobachtung die Kappen auf und bewahren Sie die Okulare in einer trockenen Box auf. Pusten Sie Staub zuerst mit einem Blasebalg weg, bevor Sie die Linse mit einem weichen Mikrofasertuch und, falls nötig, einem für Optik geeigneten Reinigungsmittel säubern. Reiben Sie nie fest auf trockenem Staub.
Nehmen Sie Okulare nicht auseinander. Die Linsengruppen sind justiert, und ein Eingriff beschädigt in der Regel mehr, als er nützt. Lagern Sie Okulare nicht im Auto bei großer Hitze oder Kälte, damit sich Kitt und Beschichtungen nicht lösen.
Häufige Fragen
Passt jedes Okular an jedes Teleskop? Nur bei gleichem Steckmaß. Sie benötigen 1,25 Zoll oder 2 Zoll, je nach Okularauszug.
Welche Vergrößerung ist die beste? Die, bei der das Bild scharf bleibt. Das hängt von Öffnung und Luftruhe ab.
Brauche ich einen Zenitspiegel? Bei Refraktoren und Maksutovs ist er für den Blick nach oben sehr bequem.
Verbessert ein teures Okular das Bild? Es verbessert Gesichtsfeld und Komfort. Die Auflösung bleibt durch die Öffnung begrenzt.
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