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Ratgeber

Teleskop: Brennweite, Öffnung und Vergrößerung

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Auf Verpackungen von Einsteigerteleskopen steht oft eine riesige Vergrößerung, zum Beispiel mehrere hundertfach. Das sagt wenig darüber, was Sie am Himmel sehen. Diese Seite erklärt die drei zentralen Größen Öffnung, Brennweite und Vergrößerung, rechnet Beispiele durch und zeigt, warum ein großer Durchmesser mehr bringt als hohe Vergrößerung.

Öffnung: der wichtigste Wert

Die Öffnung ist der Durchmesser des Objektivs (Linse) oder des Hauptspiegels, angegeben in Millimetern. Sie bestimmt, wie viel Licht das Teleskop sammelt, und sie legt fest, wie feine Details getrennt werden können. Das Licht, das eine Öffnung von 130 mm einfängt, ist etwa viermal so viel wie bei 65 mm, weil die Fläche mit dem Quadrat des Durchmessers wächst.

Je mehr Licht, desto besser sind lichtschwache Ziele wie Nebel und Galaxien zu sehen. Auch bei Mond und Planeten zeigt eine größere Öffnung mehr Detail, sofern die Luft ruhig ist.

Brennweite und Öffnungsverhältnis

Die Brennweite ist der Abstand, den das Licht vom Objektiv bis zum Brennpunkt zurücklegt. Sie steht in Millimetern auf dem Tubus oder in den Daten. Teilt man sie durch die Öffnung, erhält man das Öffnungsverhältnis, etwa f/5 bei 650 mm Brennweite und 130 mm Öffnung.

Ein kleines Öffnungsverhältnis wie f/5 steht für ein kurzes, lichtstarkes Teleskop mit größerem Sehfeld bei gleichem Okular. Ein großes Verhältnis wie f/10 bedeutet eine lange Brennweite, eine höhere Vergrößerung bei gleichem Okular und ein kleineres Sehfeld.

So berechnen Sie die Vergrößerung

Die Vergrößerung hängt nicht allein vom Teleskop ab, sondern vom eingesetzten Okular: Vergrößerung = Brennweite des Teleskops geteilt durch Brennweite des Okulars. Ein Teleskop mit 900 mm Brennweite ergibt mit einem Okular von 25 mm eine 36-fache Vergrößerung, mit 10 mm eine 90-fache.

Eine Barlowlinse verlängert die Brennweite rechnerisch, ein Faktor 2 verdoppelt die Vergrößerung jedes Okulars. Mit dem Rechner für Teleskop-Vergrößerung lässt sich das für Ihr Gerät durchspielen, einschließlich der Austrittspupille.

Warum mehr Vergrößerung nicht mehr Bild bedeutet

Jede Vergrößerung verteilt dieselbe Lichtmenge auf eine größere Fläche. Das Bild wird dunkler und weicher. Es gibt eine Grenze, ab der keine zusätzlichen Details sichtbar werden, sondern nur ein größeres, unschärferes Bild. Als Faustregel für die obere Grenze gilt etwa das Doppelte der Öffnung in Millimetern, also rund 180-fach bei 90 mm. Bei unruhiger Luft liegt sie oft darunter.

Auch die Qualität von Okularen, Fokussierer und Montierung begrenzt, was möglich ist. Eine wacklige Montierung macht jede hohe Vergrößerung unbrauchbar.

Hinweis:Werbeangaben wie 525-fach beziehen sich meist auf eine theoretisch mögliche Rechnung mit kurzem Okular und Barlowlinse. Das heißt nicht, dass das Bild bei dieser Vergrößerung brauchbar ist.

Austrittspupille und Mindestvergrößerung

Die Austrittspupille ist der Durchmesser des Lichtbündels, das aus dem Okular austritt: Öffnung geteilt durch Vergrößerung. Ist sie größer als Ihre Augenpupille, geht Licht verloren. Bei Erwachsenen öffnet sich die Pupille im Dunkeln häufig nur auf etwa 5 bis 7 mm, mit dem Alter oft weniger. Daraus folgt eine Mindestvergrößerung von ungefähr der Öffnung geteilt durch 7.

Für ein 130-mm-Teleskop liegt sie also bei etwa 19-fach. Darunter würde das Bild zwar hell, aber nicht mehr vollständig ins Auge gelangen. Dasselbe Prinzip gilt bei Ferngläsern; dort erklärt es der Beitrag Dämmerungszahl und Austrittspupille.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Teleskop mit 130 mm Öffnung und 650 mm Brennweite hat f/5. Mit einem 25-mm-Okular ergibt das eine 26-fache Vergrößerung und eine Austrittspupille von 5 mm, also ein helles Übersichtsbild für Sternhaufen und den Mond als Ganzes. Mit einem 10-mm-Okular sind es 65-fach bei 2 mm Austrittspupille, ein guter Wert für Mondkrater und Jupiter. Ein 6-mm-Okular liefert 108-fach bei 1,2 mm, ein Bereich, der bei ruhiger Luft noch ein scharfes Bild liefern kann.

Was Sie bei der Auswahl beachten

Achten Sie beim Kauf auf die Öffnung, auf eine stabile Montierung und auf brauchbare Okulare, nicht auf die größte Vergrößerungsangabe. Für Einsteiger ist ein Bereich von etwa 70 bis 130 mm Öffnung üblich. Welche Modelle dabei infrage kommen, zeigt der Ratgeber Teleskop für Einsteiger.

Wie sich Bauarten unterscheiden, erklärt der Beitrag Teleskop-Bauarten: Refraktor, Newton, Maksutov. Welche Okulare Sinn machen, steht unter Okulare für Teleskope.

Häufige Fragen

Wie groß muss die Öffnung für Saturn sein? Schon kleine Teleskope zeigen die Ringe. Mehr Öffnung macht die Teilung und die Wolkenbänder deutlicher. Bei Planeten sind Luftruhe und gute Okulare ebenso wichtig.

Wie berechne ich die maximale Vergrößerung? Als Faustregel gilt das Doppelte der Öffnung in Millimetern. Bei unruhiger Luft liegt die brauchbare Grenze niedriger.

Zeigt eine längere Brennweite mehr? Sie erhöht die Vergrößerung bei gleichem Okular, verkleinert aber das Sehfeld. Mehr Details bringt sie nur mit ausreichender Öffnung.

Brauche ich eine Barlowlinse? Nicht zwingend. Sie verdoppelt oder verdreifacht die Okularauswahl, ersetzt aber keine größere Öffnung.

Was Sie dafür brauchen