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Ratgeber

Maksutov-Teleskop: Vor- und Nachteile

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Das Maksutov-Teleskop fällt durch seinen kurzen, dicken Tubus auf. Es verbindet eine vorgesetzte, stark gekrümmte Korrekturlinse mit einem Hauptspiegel und einem kleinen Fangspiegel und faltet den Lichtweg so zusammen. Das Ergebnis ist ein handliches Gerät mit hoher Brennweite. Diese Seite erklärt Aufbau, Vorteile, Nachteile und typische Einsatzbereiche, damit Sie entscheiden können, ob diese Bauart zu Ihren Beobachtungszielen passt. Der Vergleich mit Newton und Refraktor hilft bei der Einordnung.

Wie ein Maksutov aufgebaut ist

Am vorderen Tubusende sitzt eine gewölbte Glasscheibe, der Meniskus. Sie korrigiert Abbildungsfehler. Der Hauptspiegel am hinteren Ende wirft das Licht zurück auf einen kleinen Fangspiegel, der oft als aufgedampfter Fleck auf der Rückseite des Meniskus ausgeführt ist. Von dort geht das Licht durch ein Loch im Hauptspiegel zum Okular. Weil der Lichtweg gefaltet ist, ist der Tubus kurz, und die Brennweite beträgt oft das Zwölf- bis Fünfzehnfache der Öffnung.

Das System ist geschlossen. Staub gelangt kaum an die Spiegel, und eine Justage durch den Nutzer ist in der Regel nicht vorgesehen. Wie sich diese Bauart zu anderen verhält, zeigt Refraktor, Reflektor und Maksutov im Überblick.

Die Vorteile

Der erste Vorteil ist die Kompaktheit. Ein Maksutov mit 127 Millimetern Öffnung ist deutlich kürzer als ein Newton mit gleicher Öffnung und lässt sich leicht auf eine kleine Montierung setzen oder im Rucksack mitnehmen. Das macht ihn zu einem guten Reiseteleskop.

Zweitens ist die Bildqualität auf kleinem Feld hoch. Mond, Planeten und Doppelsterne erscheinen kontrastreich, weil der Meniskus Farbfehler fast vermeidet und das System weitgehend ohne Koma arbeitet. Drittens ist der Tubus geschlossen. Es ist wartungsarm, und eine regelmäßige Justage entfällt meist.

  • Kurzer, handlicher Tubus bei langer Brennweite
  • Gute Abbildung für Mond, Planeten und Doppelsterne
  • Geschlossenes System, wenig Staub
  • Kaum Wartung, meist keine Justage nötig
  • Vielseitig als Teleskop oder Teleobjektiv

Die Nachteile

Die lange Brennweite bringt ein kleines Sehfeld und ein hohes Öffnungsverhältnis, oft um f/12 bis f/15. Große Objekte wie die Andromedagalaxie oder Sternhaufen lassen sich damit nur schwer überblicken, weil sie nicht ins Bild passen. Für diese Ziele ist ein Newton oder Refraktor mit kürzerer Brennweite besser. Die Helligkeit bei geringer Vergrößerung ist ebenfalls begrenzt.

Hinzu kommt die Auskühlzeit. Die dicke Glasscheibe und der geschlossene Tubus brauchen nach dem Aufstellen länger, bis die Temperatur angeglichen ist. Bis dahin ist das Bild unruhig. Außerdem sind Maksutovs im Verhältnis zur Öffnung oft teurer, und die Öffnungen bleiben meist klein, weil große Menisken schwer und aufwendig sind. Der Fangspiegel im Strahlengang verringert zudem etwas Kontrast durch die Abschattung.

Maksutov, Newton und Refraktor im Vergleich

Die Tabelle zeigt die typischen Eigenschaften bei vergleichbarer Einsteigerklasse. Sie gelten allgemein, einzelne Modelle können abweichen.

Typische Brennweiten und Vergrößerung

Ein Maksutov mit 90 Millimetern Öffnung hat meist etwa 1250 Millimeter Brennweite, einer mit 127 Millimetern etwa 1500 Millimeter. Mit einem Okular von 25 Millimetern ergibt das gut 50-fache beziehungsweise 60-fache Vergrößerung. Für Planeten sind 100- bis 200-fach sinnvoll, wenn das Seeing es zulässt. Die Berechnung finden Sie im Rechner für Teleskop-Vergrößerung.

Wichtig ist, dass die sinnvolle Höchstvergrößerung etwa das Doppelte der Öffnung in Millimetern beträgt. Das ist eine Faustregel, die vom Himmel abhängt. Weitere Einzelheiten stehen in Teleskop: Brennweite und Vergrößerung.

Für wen sich ein Maksutov eignet

Ein Maksutov passt zu Beobachtern, die Mond, Planeten und Doppelsterne in den Mittelpunkt stellen, wenig Platz haben und ein transportables Gerät suchen. Auch als Reiseteleskop oder als Spektiv-Ersatz tagsüber ist er beliebt. Wer vor allem Nebel, Galaxien und die Milchstraße sehen will, ist mit einem Newton oder einem kurzbrennweitigen Refraktor besser bedient. Die Wahl hängt auch von der Montierung ab, siehe GoTo oder manuelle Montierung.

Eine Auswahl an Einsteigergeräten finden Sie im Ratgeber Teleskop für Einsteiger und bei den Teleskopen bis 500 Euro.

Praktische Hinweise

Lassen Sie das Teleskop vor der Beobachtung 30 bis 60 Minuten im Freien stehen, damit es sich der Außentemperatur anpasst. Schützen Sie den Meniskus vor Tau, etwa mit einer Taukappe. Reinigen Sie die Glasfläche nur bei echtem Bedarf, wie unter Teleskop reinigen beschrieben. Setzen Sie ein Gerät dieser Größe auf eine stabile Montierung, denn die hohe Brennweite verstärkt jede Erschütterung. Hinweise gibt Teleskop wackelt: Stativ prüfen.

Hinweis:Richten Sie ein Teleskop, auch ein Maksutov, niemals ohne zugelassenen Sonnenfilter vor dem Objektiv auf die Sonne. Es besteht die Gefahr dauerhafter Augenschäden und von Schäden am Gerät.

Häufige Fragen

Muss ich ein Maksutov justieren? Meist nicht. Die Bauart ist fest abgestimmt. Wenn das Bild verzogen wirkt, kann es an Temperatur oder Tau liegen. Prüfen Sie zuerst die Auskühlung.

Ist ein Maksutov für Anfänger geeignet? Ja, wenn Sie Mond und Planeten bevorzugen. Für Deep-Sky-Objekte ist ein kurzbrennweitiges Gerät einsteigerfreundlicher.

Warum ist das Bild kleiner als im Newton? Die lange Brennweite verengt das Sehfeld. Das lässt sich mit einem Okular mit größerem Feld abmildern.

Kann ich ein Maksutov tagsüber nutzen? Ja, mit Umlenkprisma für aufrechte Bilder. Beachten Sie, dass das Bild ohne Prisma seitenverkehrt oder kopfstehend sein kann.

Was Sie dafür brauchen