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Polarstern finden: so geht es Schritt für Schritt
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Kurz gesagt
Den Polarstern finden Sie, indem Sie die Hinterachse des Großen Wagens um das Fünffache verlängern. Alternativ führt das Sternbild Kassiopeia auf der anderen Seite zu ihm. Er steht fast genau im Norden und ist weder besonders hell noch besonders auffällig, aber er bleibt für den Beobachter am selben Ort.
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Der Polarstern ist ein wichtiger Orientierungspunkt am Nordhimmel. Er zeigt ungefähr die Himmelsrichtung Norden, und für parallaktische Teleskopmontierungen ist er die Grundlage der Ausrichtung. Viele erwarten einen sehr hellen Stern und suchen ihn am falschen Ort. Diese Seite zeigt zwei sichere Wege, ihn zu finden, erklärt seine Rolle und gibt Hinweise für Standort und Beobachtungsbedingungen. Sie brauchen dafür keine Geräte, nur einen dunklen Himmel und etwas Geduld.
Was der Polarstern ist und was nicht
Der Polarstern, auch Polaris genannt, steht sehr nahe am Himmelsnordpol, dem Punkt, um den sich der Himmel im Lauf der Nacht scheinbar dreht. Alle anderen Sterne ziehen Kreise um ihn, er selbst bleibt fast an derselben Stelle. Das macht ihn zu einem Fixpunkt für die Orientierung.
Er ist aber nicht der hellste Stern, wie viele glauben. Seine Helligkeit entspricht einem mäßig hellen Stern. In einer Stadt mit viel Streulicht wird er leicht übersehen. Deshalb ist es wichtig, ihn über die Hilfssternbilder zu finden und nicht auf Helligkeit zu vertrauen.
Weg 1: über den Großen Wagen
Der Große Wagen ist Teil des Sternbilds Großer Bär und von Mitteleuropa aus das ganze Jahr sichtbar. Er hat vier Sterne, die den Wagenkasten bilden, und drei Sterne in der Deichsel. Die beiden hinteren Kastensterne, auch Hinterräder genannt, zeigen die Richtung.
- 1
Suchen Sie den Großen Wagen am Nordhimmel, in der Regel mit Blick nach Norden.
- 2
Finden Sie die beiden Sterne an der Rückseite des Kastens, die von der Deichsel am weitesten entfernt sind.
- 3
Verbinden Sie diese beiden Sterne in Gedanken mit einer Linie.
- 4
Verlängern Sie die Linie nach oben um etwa das Fünffache des Abstands der beiden Sterne.
- 5
Dort finden Sie einen mäßig hellen Stern: den Polarstern.
Weg 2: über Kassiopeia
Wenn der Große Wagen tief steht oder Bäume und Häuser ihn verdecken, hilft Kassiopeia. Dieses Sternbild hat die Form eines W oder M, je nachdem, wie es gerade steht. Es liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Polarsterns. Verbinden Sie die Spitzen so, dass Sie die mittlere Spitze des W erkennen, und ziehen Sie eine Linie senkrecht von der Mitte weg. Sie führt ungefähr zum Polarstern.
Im Sommer steht Kassiopeia am Abend hoch im Nordosten, im Winter hoch im Nordwesten. Der Große Wagen ist von Mitteleuropa aus das ganze Jahr über sichtbar, steht aber je nach Jahres- und Uhrzeit mal hoch, mal tief. Wenn Sie beide Sternbilder kennen, finden Sie den Polarstern zu jeder Jahreszeit.
Warum der Polarstern für die Montierung wichtig ist
Eine parallaktische Montierung hat eine Achse, die parallel zur Erdachse stehen muss. Zeigt sie auf den Himmelsnordpol, genügt eine Drehung um diese Achse, um ein Objekt im Bild zu halten. Dafür richten Sie die Polachse ungefähr auf den Polarstern aus. Das ist die Grundlage für das Nachführen, besonders für längere Beobachtungen und Fotos. Der Unterschied zwischen den Montierungen steht in Azimutale oder äquatoriale Montierung.
Für das Okular-Beobachten genügt eine grobe Ausrichtung auf den Polarstern. Für die Fotografie wird die Ausrichtung genauer. Viele Montierungen haben dafür einen Polsucher. Der Polarstern steht außerdem nicht exakt auf dem Pol, sondern kreist in einem kleinen Kreis um ihn. Genauere Verfahren berücksichtigen das.
Den Polarstern finden bei schlechten Bedingungen
Bei Streulicht, Dunst oder Wolken kann er verschwinden. Nehmen Sie ein Fernglas zu Hilfe, denn mit 8- oder 10-facher Vergrößerung sehen Sie mehr Sterne und erkennen das Muster der Umgebung. Wie Sie den Sternhimmel mit Fernglas erkunden, lesen Sie in Sterne mit dem Fernglas beobachten. Ein ruhiger Beobachtungsplatz mit freiem Blick nach Norden ist wichtiger als jedes Gerät.
Eine Smartphone-App oder ein Planetariumsprogramm bestätigt, ob Sie den richtigen Stern gefunden haben. Wie Sie ein solches Programm einstellen, zeigt Stellarium einrichten und nutzen.
Himmelsrichtung ohne Kompass
Der Polarstern zeigt auf dem Boden die Himmelsrichtung Norden. Fällt eine senkrechte Linie vom Stern zum Horizont, markiert sie ungefähr den geografischen Norden. Die Abweichung ist gering und für die Praxis ausreichend. Das ist hilfreich, wenn Sie Ihr Teleskop grob ausrichten wollen. Ein Kompass zeigt dagegen den magnetischen Norden, der je nach Ort einige Grad abweicht.
Der Stern steht außerdem in Deutschland je nach Breite etwa 47 bis 55 Grad über dem Horizont. Je weiter nördlich Sie sind, desto höher steht er. Das ist ein einfacher Hinweis auf Ihre geografische Breite.
Hinweis:Beobachten Sie nachts mit Vorsicht: Bewegen Sie sich auf unbekanntem Gelände nur mit Taschenlampe mit Rotlicht, damit Ihre Augen die Dunkeladaption behalten. Richten Sie nie ein Fernglas oder Teleskop ohne Sonnenfilter auf die Sonne.
Häufige Fragen
Ist der Polarstern der hellste Stern am Himmel? Nein. Er ist ein mäßig heller Stern, der durch seine Lage auffällt, nicht durch seine Helligkeit.
Funktioniert das auch auf der Südhalbkugel? Nein. Der Polarstern ist nur auf der Nordhalbkugel sichtbar. Im Süden gibt es dafür das Kreuz des Südens.
Wie genau muss die Montierung auf ihn zeigen? Für Okularbeobachtung genügt eine grobe Ausrichtung. Fotografie verlangt mehr Genauigkeit.
Bewegt sich der Polarstern? Er kreist in einem kleinen Kreis um den genauen Himmelsnordpol und bleibt dabei praktisch am selben Ort. Alle anderen Sterne ziehen größere Bahnen.
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