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Anleitung

GoTo-Teleskop ausrichten (Alignment)

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Ein GoTo-Teleskop findet Objekte automatisch, aber nur, wenn es seine Position kennt. Dazu dient das Alignment, die Ausrichtung auf bekannte Sterne. Der Ablauf wirkt zunächst kompliziert, ist aber mit etwas Übung in wenigen Minuten erledigt. Dieser Beitrag erklärt die Schritte, gibt Tipps zur Genauigkeit und hilft bei typischen Fehlern.

Wie das Alignment funktioniert

Die Steuerung kennt die Positionen der Sterne und berechnet daraus, wohin das Teleskop zeigen muss. Damit das gelingt, muss sie wissen, in welche Richtung das Teleskop aktuell zeigt. Beim Alignment richten Sie das Teleskop auf bekannte Sterne und teilen der Steuerung mit, welcher Stern es ist. Daraus berechnet sie die Orientierung.

Je mehr Sterne Sie verwenden, desto genauer das Modell. Für den Anfang genügen zwei bis drei. Hintergrundinformationen zu Montierungen finden Sie in GoTo oder manuelle Montierung und Azimutale oder äquatoriale Montierung.

Vorbereitung

Bauen Sie das Teleskop auf einem stabilen Untergrund auf und richten Sie das Stativ waagerecht aus. Prüfen Sie die Stromversorgung, siehe Stromversorgung für GoTo-Teleskope. Justieren Sie das Sucherfernrohr am Tag auf ein entferntes Ziel, siehe Sucherfernrohr justieren.

Geben Sie in der Steuerung Ort, Datum und Uhrzeit ein, oder nutzen Sie ein GPS, falls vorhanden. Falsche Zeitangaben sind eine häufige Fehlerquelle. Achten Sie auf die Zeitzone und die Sommerzeit.

Startposition

Bringen Sie das Teleskop in die Referenzposition, die die Anleitung beschreibt, meist waagerecht und nach Norden gerichtet. Bei äquatorialen Montierungen entspricht sie der Home-Position mit Gegengewichten nach unten. Bei azimutalen Montierungen zeigt der Tubus waagerecht in Nordrichtung.

Den Norden finden Sie mit einem Kompass oder anhand des Polarsterns, siehe Polarstern finden. Beachten Sie die Abweichung zwischen magnetischem und geografischem Norden, die in Deutschland gering ist, aber vorhanden.

Alignment mit zwei oder drei Sternen

Das Teleskop schlägt Sterne vor, die es anfährt. Zentrieren Sie den Stern mithilfe der Handsteuerung im Okular und bestätigen Sie. Wenn der Stern nicht im Gesichtsfeld erscheint, suchen Sie ihn mit dem Sucher. Verwenden Sie bei der Zentrierung dasselbe Okular und dieselbe Richtung, aus der Sie zuletzt gesteuert haben, damit Spiel in den Getrieben keinen Fehler verursacht.

Wählen Sie Sterne, die weit voneinander entfernt stehen. Das verbessert die Genauigkeit. Nach dem Alignment testen Sie mit einem bekannten Objekt, etwa einem hellen Planeten oder Stern.

  1. 1

    Ort, Datum, Uhrzeit eingeben.

  2. 2

    Teleskop in die Startposition bringen.

  3. 3

    Ersten Stern anfahren und zentrieren.

  4. 4

    Zweiten und gegebenenfalls dritten Stern zentrieren.

  5. 5

    Mit einem Testobjekt prüfen.

Fehler bei der Ausrichtung

Zeigt das Teleskop nach dem Alignment weit neben das Ziel, liegt es meist an falscher Uhrzeit, falschem Datum, falschem Standort, nicht waagerechtem Aufbau oder einem verwechselten Stern. Wiederholen Sie die Eingabe und prüfen Sie die Werte. Auch Spiel in den Getrieben kann Ungenauigkeiten verursachen.

Wenn die Fehler bleiben, starten Sie das Alignment neu. Setzen Sie die Handsteuerung nötigenfalls zurück. Wenn Sterne verwechselt wurden, wählen Sie bei der Auswahl die Namen aufmerksamer.

Smart-Teleskope

Smart-Teleskope übernehmen das Alignment oft automatisch, indem sie den Himmel mit einer Kamera erkennen und Sterne vergleichen. Das spart Aufwand. Auch hier brauchen Sie einen freien Blick auf den Himmel und stabile Aufstellung. Siehe Was ist ein Smart-Teleskop und Seestar S50 erklärt.

Bei bewölktem Himmel funktioniert die Erkennung nicht zuverlässig. Warten Sie auf Lücken in den Wolken.

Genauigkeit verbessern

Bei Bedarf fügen Sie weitere Sterne hinzu, um das Modell zu verfeinern. Manche Steuerungen bieten die Funktion, Objekte nachträglich zu synchronisieren: Sie zentrieren ein Objekt und teilen der Steuerung mit, dass dies jetzt das Ziel ist. Das verbessert die Genauigkeit in der Umgebung. Notieren Sie, wie gut die Ziele im Gesichtsfeld erscheinen, und passen Sie das Okular an.

Ein stabiler Aufbau ist wichtig. Wackelt das Stativ, verliert das System die Orientierung. Siehe Teleskop wackelt auf dem Stativ.

Praxisbeispiel

Sie bauen das Teleskop im Garten auf, stellen Ort und Zeit ein und fahren die Startposition an. Das Gerät schlägt Wega und Arktur vor. Sie zentrieren beide und bestätigen. Dann wählen Sie den Ringnebel in der Leier als Ziel. Das Teleskop fährt hin, das Objekt liegt knapp im Gesichtsfeld. Mit einer kleinen Korrektur sitzt es mittig. Der ganze Vorgang dauerte rund zehn Minuten.

Kurz zusammengefasst

Aufbau waagerecht, Daten korrekt, Startposition einnehmen, zwei bis drei Sterne zentrieren und mit einem Objekt testen. Fehler liegen meist in Zeit oder Standort.

Kurz-Check vor dem Alignment

Ist der Aufbau waagerecht? Sind Ort, Datum, Uhrzeit korrekt? Ist der Strom ausreichend? Ist der Sucher justiert? Steht das Teleskop in Startposition? Wenn alle Fragen mit Ja beantwortet sind, gelingt das Alignment meist beim ersten Versuch. Falls nicht, starten Sie neu und prüfen die Eingaben. Notieren Sie sich typische Werte Ihres Geräts, etwa welche Sterne es vorschlägt, damit Sie sie schneller finden. Mit etwas Routine dauert die Ausrichtung nur wenige Minuten, und Sie können sich dem eigentlichen Beobachten widmen.

Häufige Fragen

Wie viele Sterne brauche ich? Zwei bis drei reichen für den Anfang.

Warum verfehlt das Teleskop das Ziel? Meist stimmen Zeit, Standort oder Aufbau nicht.

Muss ich bei jedem Aufbau neu ausrichten? Ja, solange das Gerät nicht fest installiert ist.

Geht das auch ohne Sterne? Smart-Teleskope erkennen Sterne selbst. Klassische GoTo-Geräte brauchen Ihre Hilfe.

Was Sie dafür brauchen