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Ratgeber

Wasserdicht, stickstoffgefüllt, IPX7: was Fernglas-Angaben bedeuten

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Auf der Verpackung eines Fernglases stehen oft Begriffe wie wasserdicht, spritzwassergeschützt, stickstoffgefüllt, beschlagfrei oder IPX7. Sie klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Diese Seite erklärt, wie Ferngläser abgedichtet werden, wozu die Gasfüllung dient, was eine IP-Angabe aussagt und was Sie im Alltag beachten sollten, damit die Dichtungen lange funktionieren.

Spritzwassergeschützt oder wasserdicht

Hersteller verwenden die Begriffe nicht einheitlich. Spritzwassergeschützt bedeutet in der Regel, dass Regen und Spritzer dem Gerät nicht schaden sollen, ein Untertauchen aber nicht vorgesehen ist. Wasserdicht wird meist für Geräte verwendet, die mit Dichtungsringen an Tuben, Fokustrieb und Okularen gegen eindringendes Wasser abgedichtet sind.

Weil der Begriff nicht überall gleich definiert ist, lohnt der Blick ins Datenblatt. Dort steht häufig, bis zu welcher Tiefe und wie lange das Fernglas Wasser ausgesetzt werden darf. Fehlt die Angabe, gehen Sie vorsichtig von Regenschutz aus.

Was ein IPX-Wert aussagt

Die Kennzeichnung IP stammt aus der Norm DIN EN 60529. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper wie Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Steht statt der ersten Ziffer ein X, wurde dieser Teil nicht geprüft. IPX7 bedeutet demnach: geprüft auf zeitweiliges Untertauchen.

Nach der Norm gilt für IPX7 ein Untertauchen in Wasser bis 1 m Tiefe für 30 Minuten unter festgelegten Bedingungen. IPX4 steht für Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Beachten Sie, dass eine solche Angabe eine Laborprüfung beschreibt. Sie sagt nichts über Salzwasser, starke Temperaturwechsel oder Dichtungen, die nach Jahren ermüdet sind.

Wozu die Gasfüllung dient

Normale Luft enthält Wasserdampf. Kühlt ein Fernglas ab, etwa beim Wechsel von der warmen Hütte in die kalte Nacht, kann dieser Dampf im Inneren an den Linsen kondensieren. Das Bild wird dann trüb. Bei stickstoff- oder argongefüllten Ferngläsern wird die Luft im Herstellungsprozess durch trockenes Edelgas oder Stickstoff ersetzt. Dadurch kann innen praktisch nichts beschlagen.

Die Füllung wirkt aber nur, solange das Gehäuse dicht bleibt. Eine Gasfüllung ohne Abdichtung wäre sinnlos, weil das Gas entweichen würde. Beide Merkmale gehören daher zusammen. Das äußere Beschlagen der Okulare und Objektive durch Atemluft oder Temperaturunterschied wird durch die Füllung nicht verhindert.

Innen beschlagen oder außen beschlagen

Beschlägt ein Fernglas von innen, ist entweder keine Gasfüllung vorhanden oder die Abdichtung ist undicht geworden. Beschlagen nur die äußeren Linsenflächen, liegt das an der Umgebung: Sie sind kälter als die Luft, oder Sie atmen auf das Okular.

Gegen äußeres Beschlagen helfen Sonnenblenden und Augenmuscheln, ein Abstand zwischen Gesicht und Okular sowie das Anpassen an die Außentemperatur.

Was die Angaben nicht versprechen

Die Abdichtung beruht auf Gummiringen und Dichtmassen, und diese altern. Starke Stöße, Sand, Hitze, Kälte und Salzwasser belasten sie. Ein Fernglas, das bei der Herstellung dicht war, muss es deshalb nicht dauerhaft bleiben. Ein Garantieversprechen für die Haltbarkeit im Einsatz ergibt sich aus den Angaben nicht.

Auch eine Prüfung auf Untertauchen heißt nicht, dass Sie das Gerät im Wasser verwenden sollen. Die Angabe dient als Reserve bei Regen oder einem Sturz in eine Pfütze, nicht als Einladung zum Tauchen.

Hinweis:Spülen Sie das Fernglas nach Kontakt mit Salzwasser oder Sand nur nach den Angaben des Herstellers ab. Offene Okulare, Deckel und Fokusringe müssen vorher richtig geschlossen sein.

Pflege, damit die Abdichtung hält

Lagern Sie das Fernglas trocken und nicht in einem heißen Auto. Setzen Sie Schutzkappen auf, wenn Sie es nicht benutzen. Drehen Sie Fokusring und Dioptrienausgleich nur wie vorgesehen, damit Dichtungen nicht unnötig beansprucht werden. Nach Regen wischen Sie das Gehäuse trocken, bevor Sie es in die Tasche stecken.

Öffnen Sie das Gehäuse nicht selbst. Wer Schrauben löst, beschädigt die Abdichtung und die Gasfüllung geht verloren. Bei Verdacht auf eine Undichtigkeit wenden Sie sich an den Hersteller oder eine Fachwerkstatt.

Welche Abdichtung brauchen Sie

Wer vorwiegend bei trockenem Wetter am Garten oder Fenster beobachtet, kommt mit einfachem Spritzwasserschutz aus. Für Wandern, Vogelbeobachtung, Bootsausflüge oder die nächtliche Himmelsbeobachtung bei Feuchtigkeit ist ein wasserdichtes, gasgefülltes Gerät sinnvoll. Ob ein Modell in Ihre Auswahl passt, sehen Sie im Ratgeber Ferngläser für die Vogelbeobachtung oder bei den besten Ferngläsern.

Häufige Fragen

Ist wasserdicht dasselbe wie IPX7? Nein. IPX7 ist ein genormter Prüfstandard mit festen Bedingungen. Wasserdicht ist ein Herstellerbegriff ohne einheitliche Definition.

Kann ich ein stickstoffgefülltes Fernglas selbst nachfüllen? Nein. Das Befüllen verlangt Spezialtechnik. Bei Verlust der Dichtheit hilft nur der Hersteller oder eine Werkstatt.

Verhindert die Füllung jedes Beschlagen? Sie verhindert nur das Beschlagen im Inneren. Außen können Linsen weiterhin beschlagen.

Darf ich ein wasserdichtes Fernglas abspülen? Nur, wenn der Hersteller es erlaubt und alle Verschlüsse geschlossen sind. Salzwasser sollten Sie anschließend gemäß Anleitung mit Süßwasser entfernen.

Was Sie dafür brauchen