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Anleitung

Äquatoriale Montierung einnorden

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Äquatoriale Montierungen folgen der Drehung des Himmels mit nur einer Achse. Das funktioniert aber nur, wenn die Achse auf den Himmelspol zeigt. Diese Ausrichtung, das Einnorden, wirkt zunächst technisch. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt sie schnell. Dieser Beitrag erklärt die Idee und zeigt Methoden von grob bis genau.

Warum einnorden

Der Himmel scheint sich um den Himmelspol zu drehen, der ungefähr beim Polarstern liegt. Eine äquatoriale Montierung hat eine Achse, die parallel zur Erdachse stehen soll. Ist sie korrekt ausgerichtet, genügt eine Bewegung um diese Achse, um den Sternen zu folgen. Bei falscher Ausrichtung wandern die Sterne mit der Zeit aus dem Bild.

Für die visuelle Beobachtung genügt eine grobe Ausrichtung, für Fotografie mit langer Belichtung braucht es Genauigkeit. Die Zeichnung zeigt die Unterschiede der Montierungen.

Grobe Ausrichtung

Stellen Sie das Stativ auf ebenem Grund auf und richten Sie die Rektaszensionsachse grob nach Norden aus. Die Nordrichtung finden Sie mit einem Kompass oder dem Polarstern, siehe Polarstern finden. Stellen Sie die Polhöhe auf den Breitengrad Ihres Standorts ein. In Deutschland liegt sie je nach Ort zwischen etwa 47 und 55 Grad.

Die Skala an der Montierung zeigt den Winkel. Fixieren Sie die Einstellung. Mit dieser Basis lässt sich der Polarstern bereits im Sucher oder Gesichtsfeld finden.

Feinjustage mit dem Polsucher

Viele äquatoriale Montierungen haben einen Polsucher, ein kleines Fernrohr in der Achse. Es zeigt ein Fadenkreuz oder ein Bild des Himmelspolbereichs. Sie stellen Datum und Uhrzeit ein, platzieren den Polarstern an der angezeigten Position und fixieren die Achsen. Genaue Anleitungen stehen im Handbuch Ihres Geräts.

Die Genauigkeit hängt von sauberer Justage des Polsuchers ab. Prüfen Sie zunächst bei Tageslicht, ob das Fadenkreuz mit der Achse übereinstimmt, und justieren Sie es nach Anleitung.

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    Montierung waagerecht und nach Norden aufstellen.

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    Polhöhe auf den Breitengrad einstellen.

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    Polsucher ausrichten und Datum und Zeit eingeben.

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    Polarstern auf die vorgegebene Position bringen.

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    Achsen festziehen und Nachführung testen.

Alternativen ohne Polsucher

Ohne Polsucher gibt es Methoden mit Apps und mit der Driftmethode. Apps zeigen die Position des Himmelspols an und leiten Schritt für Schritt. Bei der Driftmethode beobachten Sie, in welche Richtung ein Stern im Gesichtsfeld wandert, und korrigieren die Achse. Das dauert länger, ist aber sehr genau.

Für visuelle Beobachtung und Planetenfotografie reicht eine einfache Methode. Für lange Belichtungen lohnt sich der Aufwand.

Nachführung prüfen

Starten Sie die Nachführung und beobachten Sie einen hellen Stern bei hoher Vergrößerung. Driftet er langsam aus dem Gesichtsfeld, ist die Achse nicht perfekt ausgerichtet. Korrigieren Sie in Azimut und Höhe in kleinen Schritten, bis der Stern lange im Bild bleibt.

Mit GoTo-Montierungen kombinieren Sie die Ausrichtung mit dem Alignment, siehe GoTo-Teleskop ausrichten. Beachten Sie, dass auch ein wackeliges Stativ die Nachführung stört, siehe Teleskop wackelt auf dem Stativ.

Typische Fehler

Häufig werden falsche Breitengrade eingestellt, der Aufbau ist nicht waagerecht, oder der Kompass wird in der Nähe von Metall genutzt und liegt daneben. Auch die Verwechslung von magnetischem und wahrem Norden führt zu Abweichungen. Prüfen Sie Ihre Werte, nutzen Sie einen Kompass fern von Metallteilen und korrigieren Sie bei Bedarf mit dem Polarstern.

Wer die Gegengewichte nicht ausbalanciert, belastet die Antriebe. Siehe das Handbuch zur richtigen Balance.

Wann einnorden nicht nötig ist

Azimutale Montierungen müssen nicht eingenordet werden, weil sie keine Nachführung um eine geneigte Achse brauchen. Smart-Teleskope übernehmen die Ausrichtung automatisch, siehe Was ist ein Smart-Teleskop. Wer nur kurz beobachtet und von Hand nachführt, kommt ohne genaue Ausrichtung aus.

Die Wahl der Montierung beschreibt Azimutale oder äquatoriale Montierung.

Praxisbeispiel

Sie bauen die Montierung abends im Garten auf. Mit dem Kompass richten Sie sie grob nach Norden aus und stellen 51 Grad Polhöhe ein. Im Polsucher platzieren Sie den Polarstern an der angezeigten Position für Datum und Uhrzeit. Nach dem Festziehen starten Sie die Nachführung. Der Stern bleibt zehn Minuten im Gesichtsfeld. Die Ausrichtung reicht für den Abend.

Kurz zusammengefasst

Waagerecht aufstellen, Polhöhe einstellen, nach Norden richten, Polsucher oder App nutzen und Nachführung prüfen. Mit etwas Übung dauert das Einnorden nur wenige Minuten.

Hilfsmittel und Apps

Neben Polsuchern gibt es Apps, die den Himmelspol auf dem Handydisplay zeigen und die Stellung des Polarsterns für Datum und Uhrzeit berechnen. Auch Kompass-Apps helfen bei der groben Ausrichtung, sind aber störanfällig, wenn Metallteile in der Nähe sind. Mit einem Neigungsmesser prüfen Sie die Polhöhe. Wer fotografiert, nutzt manchmal Verfahren, bei denen eine Kamera Sterne erkennt und die Abweichung berechnet. Das ist komfortabel, benötigt aber Zubehör und Geduld. Für den Einstieg reichen Kompass, Breitengrad und Polsucher völlig aus.

Dokumentieren Sie Ihre Einstellungen für künftige Aufbauten. Wer den Standort wechselt, notiert den Breitengrad. Eine Markierung am Boden hilft, bei wiederholtem Aufbau im Garten schnell wieder dieselbe Position zu treffen.

Kurz-Check

Aufstellung waagerecht, Norden grob geprüft, Polhöhe eingestellt, Polsucher oder App genutzt, Achsen fixiert, Nachführung geprüft. Mit dieser Liste gelingt das Einnorden zuverlässig. Wenn die Abweichung noch groß ist, wiederholen Sie die Schritte in Ruhe und beobachten Sie die Wirkung.

Häufige Fragen

Muss ich jedes Mal einnorden? Bei mobilem Aufbau ja, bei fester Säule nur einmal.

Brauche ich den Polarstern? Er hilft, aber der Himmelspol liegt nicht exakt auf ihm. Polsucher berücksichtigen das.

Was, wenn der Polarstern nicht sichtbar ist? Dann helfen Kompass und Apps oder andere Methoden.

Gilt das für Smart-Teleskope? Meist nicht, sie richten sich selbst aus.

Was Sie dafür brauchen