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Anleitung

Spiegelteleskop justieren (Kollimation)

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Spiegelteleskope nach dem Newton-Prinzip sind günstig und lichtstark, haben aber einen Haken: Die Spiegel können sich durch Transport und Erschütterung leicht verstellen. Dann wirkt das Bild weich, Sterne werden zu Kometen oder zeigen ein schiefes Beugungsmuster. Die Behebung heißt Kollimation. Diese Anleitung zeigt, wie Sie bei einem typischen Newton mit Okularauszug und Justierschrauben vorgehen, welche Hilfsmittel nützlich sind und woran Sie ein gutes Ergebnis erkennen.

Wann Kollimation nötig ist

Nicht jedes unscharfe Bild geht auf die Spiegelstellung zurück. Prüfen Sie zuerst Fokus, Auskühlung des Tubus und Okular, wie in Teleskop-Bild unscharf beschrieben. Erst wenn das Bild trotz sorgfältigem Fokussieren nie wirklich scharf wird, lohnt sich die Kollimation.

Typische Anzeichen sind Sterne, die auf einer Seite einen Schweif zeigen, und Beugungsringe, die beim Defokussieren nicht gleichmäßig rund um den Stern liegen. Auch nach einem Transport im Auto oder nach einem Stoß am Tubus ist eine Kontrolle sinnvoll.

Das Verfahren betrifft vor allem Newton-Reflektoren und Dobson-Teleskope. Refraktoren haben fest montierte Linsen und werden in der Regel nicht vom Anwender justiert. Bei Schmidt- und Maksutov-Cassegrain-Bauarten wird meist nur der Sekundärspiegel nachgestellt, das Vorgehen unterscheidet sich je nach Hersteller. Welche Bauart zu Ihnen passt, erklärt Refraktor oder Spiegelteleskop.

Hilfsmittel für die Kollimation

Für den Einstieg reicht ein einfacher Kollimationsdeckel, eine Scheibe mit kleinem Loch, die in den Okularauszug gesteckt wird. Genauer arbeiten Sie mit einem Justierokular (Cheshire-Okular) oder einem Laserkollimator. Beim Laser ist wichtig, dass er selbst richtig justiert ist, sonst verschlimmern Sie die Fehlstellung.

Praktisch ist eine Markierung in der Mitte des Hauptspiegels, ein kleiner Ring aus Papier. Bei vielen Spiegeln ist er schon ab Werk vorhanden. Die Markierung hilft, den Mittelpunkt im Okularauszug zu erkennen. Der Ring beschädigt die Spiegelfläche nicht, wenn er fachgerecht angebracht wurde. Fragen Sie im Zweifel beim Händler oder in der Anleitung nach.

  • Kollimationsdeckel oder Justierokular für den Einstieg
  • Laserkollimator als Option, vorher selbst prüfen
  • Kleiner Kreuzschlitz- und Inbusschlüssel passend zu den Justierschrauben
  • Taschenlampe mit Rotlicht, damit die Augen dunkeladaptiert bleiben

Fangspiegel zentrieren und ausrichten

Arbeiten Sie am besten tagsüber in einem hellen Raum. Stellen Sie den Tubus waagerecht auf einen stabilen Untergrund und fahren Sie den Okularauszug auf eine mittlere Stellung. Der Fangspiegel ist der kleine, schräg stehende Spiegel vorn im Tubus. Berühren Sie nie die Spiegelflächen und wischen Sie nicht mit Tüchern darüber, die Beschichtung ist empfindlich.

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor und ändern Sie jeweils nur eine Sache:

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    Schauen Sie ohne Okular durch den Kollimationsdeckel oder das Justierokular in den Tubus. Der Fangspiegel sollte rund erscheinen und mittig im Okularauszug liegen.

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    Wirkt der Fangspiegel verschoben, lösen Sie vorsichtig die Zentralschraube der Fangspiegelhalterung und verschieben Sie ihn entlang der Achse, bis er mittig liegt.

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    Drehen Sie den Fangspiegel um die Tubusachse, bis der gesamte Hauptspiegel im Fangspiegel zu sehen ist.

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    Stellen Sie den Neigungswinkel über die kleinen Schrauben der Halterung so ein, dass der Hauptspiegel mittig im Fangspiegelbild erscheint.

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    Ziehen Sie die Zentralschraube wieder leicht an. Prüfen Sie, ob sich dabei nichts verschoben hat.

Hinweis:Halten Sie den Fangspiegel beim Lösen der Schrauben mit einer Hand fest, damit er nicht herabfällt oder verkantet. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Fangspiegelhalterung unberührt und justieren nur den Hauptspiegel.

Hauptspiegel einstellen

Nach dem Fangspiegel kommt der Hauptspiegel. Er sitzt hinten im Tubus und ist über drei Schraubenpaare verstellbar: eine Schraube kippt, die zweite sichert. Lösen Sie zuerst die Sicherungsschrauben leicht, bevor Sie kippen, und ziehen Sie sie danach wieder an.

Im Blick durch das Justierokular sehen Sie die Spiegelung des Fangspiegels im Hauptspiegel. Ziel ist, dass die Markierung in der Mitte des Hauptspiegels und der Mittelpunkt im Okularauszug zusammenfallen. Drehen Sie jeweils nur ein Achtel bis eine Viertelumdrehung und prüfen Sie nach jeder Änderung das Bild. Ein Helfer, der am Tubus dreht, während Sie durch das Okular schauen, erleichtert die Arbeit.

Bei Dobson-Teleskopen mit Gitterrohr oder Vollrohr gehen Sie genauso vor, nur ist der Zugang zu den Schrauben je nach Modell unterschiedlich. Die Anleitung des Herstellers nennt die genaue Lage der Schrauben.

Ergebnis am Stern prüfen

Die Feinjustierung gelingt nachts am Stern. Richten Sie das Teleskop auf einen hellen Stern, zentrieren Sie ihn im Gesichtsfeld und erhöhen Sie die Vergrößerung. Defokussieren Sie leicht, bis der Stern als Scheibe mit Ringen erscheint.

Gut kollimiert sind die Ringe gleichmäßig rund um den dunklen Schatten des Fangspiegels verteilt. Sitzt der Schatten außermittig, ist der Hauptspiegel noch nicht richtig gekippt. Korrigieren Sie in kleinen Schritten und zentrieren Sie den Stern nach jeder Änderung neu. Ruhige Luft ist wichtig, sonst täuschen flimmernde Ringe eine Fehlstellung vor.

Dauerhaft justiert halten

Kontrollieren Sie die Kollimation vor jeder Beobachtungsnacht kurz mit dem Kollimationsdeckel. Das dauert wenige Minuten und spart Ärger. Transportieren Sie den Tubus gepolstert und legen Sie ihn waagerecht, damit sich die Spiegel möglichst wenig bewegen.

Lassen Sie das Teleskop nach dem Aufbau 30 bis 60 Minuten auskühlen, bevor Sie die Kollimation final bewerten. Warme Spiegel verformen sich leicht und täuschen eine Dejustierung vor. Wie Sie den Aufbau insgesamt angehen, steht in Teleskop aufbauen für Anfänger.

Wer lieber ein Teleskop ohne Justieraufwand möchte, findet in unserem Einsteiger-Ratgeber Geräte verschiedener Bauarten.

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Häufige Fragen

Muss ich ein neues Teleskop sofort kollimieren? Prüfen Sie es kurz. Viele Geräte sind ab Werk brauchbar eingestellt, durch den Versand kann sich aber etwas verschieben. Ein Blick durch den Kollimationsdeckel zeigt es.

Wie oft muss ich nachjustieren? Das hängt vom Gerät und vom Transport ab. Bei häufig bewegten Teleskopen ist eine kurze Kontrolle vor jeder Nacht sinnvoll, bei fest stehenden Geräten seltener.

Kann ich dabei etwas kaputt machen? Wenn Sie Spiegelflächen nicht berühren und die Schrauben nur in kleinen Schritten drehen, ist das Risiko gering. Drehen Sie Schrauben nie mit Gewalt gegen Widerstand.

Gilt das auch für Refraktoren? Nein, bei Linsenfernrohren ist die Justierung in der Regel fest und wird nur vom Hersteller oder Service vorgenommen.

Was Sie dafür brauchen