Anleitung
Andromeda-Galaxie finden und beobachten
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Kurz gesagt
Die Andromeda-Galaxie (M31) liegt in der Nähe des Sternbilds Kassiopeia und ist an dunklem Himmel als blasser Fleck mit bloßem Auge sichtbar. Ein Fernglas zeigt den hellen Kern und eine ovale Wolke, ein Teleskop bei niedriger Vergrößerung den Kern, Teile der Scheibe und zwei kleine Begleitgalaxien.
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Die Andromeda-Galaxie ist das fernste Objekt, das Sie ohne Hilfsmittel sehen können, und eines der dankbarsten Ziele für Fernglas und Teleskop. Sie zeigt sich allerdings als lichtschwacher Nebel, den Sie ohne Anleitung leicht übersehen. Diese Seite erklärt, wie Sie sie über bekannte Sternbilder finden, wann sie am besten steht, welche Geräte sich eignen und was Sie realistisch sehen.
Was Sie vor sich haben
Die Andromeda-Galaxie, katalogisiert als M31, ist eine Spiralgalaxie in etwa 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung. Sie ist die nächste große Galaxie zu unserer Milchstraße. Ihr Durchmesser am Himmel beträgt mehr als das Sechsfache des Vollmonddurchmessers, doch nur der helle Kern und die inneren Bereiche sind für das Auge sichtbar.
Das Licht, das Sie sehen, ist also gut 2,5 Millionen Jahre alt. Die Galaxie erscheint wegen der großen Fläche nicht besonders hell: Das Licht verteilt sich über viele Quadratgrad. Das ist der Grund, warum sich ein dunkler Himmel so stark bemerkbar macht.
So finden Sie sie am Himmel
Suchen Sie zuerst das Sternbild Kassiopeia. Es hat die Form eines W oder M und ist im Herbst und Winter hoch am Himmel zu sehen. Von dort führt der Weg zur Galaxie, oder alternativ vom Pegasus-Viereck aus, das einem großen Quadrat ähnelt. Beide Wege führen in das Sternbild Andromeda, in dem M31 liegt.
Eine bewährte Hilfe ist das Pegasus-Viereck. Von dessen oberer linker Ecke (Alpheratz) folgt eine Kette aus zwei hellen Sternen in Richtung Kassiopeia. Hinter dem zweiten Stern der Kette (Mirach) biegen Sie zu einem weiteren Stern ab, und in ähnlicher Entfernung daneben liegt die blasse Wolke. Eine Himmelskarte oder Planetariums-App zeigt den Weg genauer. Mit dem Fernglas sehen Sie die Wolke zuerst, mit dem bloßen Auge meist nur bei guter Dunkelheit.
- 1
Kassiopeia suchen, das W oder M am Himmel.
- 2
Von dort in Richtung Pegasus-Viereck zur Sternenkette Andromeda gehen.
- 3
Zwei Sterne der Kette nach außen folgen, dann abbiegen.
- 4
Mit dem Fernglas nach einer ovalen, milchigen Wolke suchen.
- 5
Mit seitlichem Sehen (leicht daneben schauen) den Rand erkennen.
Wann und wo
Die beste Zeit ist von Spätsommer bis Winter, wenn die Galaxie hoch am Himmel steht. Im Spätherbst steht sie am Abend nahezu im Zenit, dann ist die Luft am wenigsten gestört. Wichtig ist ein dunkler Beobachtungsplatz abseits von Straßenlicht. In Städten ist M31 mit bloßem Auge kaum zu erkennen, im Fernglas aber oft noch zu finden.
Warten Sie ohne Mond, denn schon der Halbmond hellt den Himmel merklich auf. Gönnen Sie Ihren Augen zehn bis zwanzig Minuten Anpassung ans Dunkel; eine Rotlichtlampe verhindert dabei Blendung. Mehr zu geeigneten Zielen für den Anfang steht in Beobachtungsziele für Anfänger.
Mit dem Fernglas
Ein Fernglas ist für M31 das ideale Gerät. Das große Gesichtsfeld fasst den ganzen ovalen Nebel, den hellen Kern sehen Sie deutlich. Ein 10x50 bietet viel Licht, ein 8x42 genügt ebenfalls. Halten Sie das Gerät ruhig, lehnen Sie sich an oder nutzen Sie ein Stativ; siehe Fernglas auf ein Stativ montieren.
Wie Sie mit dem Fernglas Sterne beobachten und welche Modelle sich eignen, steht in Sterne mit dem Fernglas beobachten sowie in Die besten Ferngläser.
Mit dem Teleskop
Im Teleskop wählen Sie ein Okular mit langer Brennweite, damit das Gesichtsfeld möglichst groß ist. Bei zu hoher Vergrößerung sehen Sie nur den Kern und der Rest verschwindet im Hintergrund. Ein Teleskop mit 100 bis 130 mm Öffnung zeigt neben dem Kern dunkle Staubbänder am Rand, wenn der Himmel sehr dunkel ist.
Zwei Begleitgalaxien, M32 und M110, sind als kleine Nebel in der Nähe zu finden. Die Staubbänder und die Spiralstruktur, wie sie auf Fotos zu sehen sind, zeigen sich visuell nur andeutungsweise. Das ist normal und kein Mangel Ihres Geräts.
| Gerät | Erwartung |
|---|---|
| Bloßes Auge | blasser, länglicher Fleck, nur bei dunklem Himmel |
| Fernglas 8x42 bis 10x50 | heller Kern, ovale Wolke, Gesamtumriss |
| Teleskop 70 bis 90 mm | Kern, Teile der Scheibe, M32 |
| Teleskop 130 mm und mehr | größere Scheibe, Staubband, M110 |
Seitliches Sehen und Geduld
Blasse Objekte sehen Sie besser, wenn Sie leicht am Ziel vorbeischauen. Das nennt man abgewandtes Sehen: Die Randbereiche der Netzhaut sind lichtempfindlicher als die Mitte. Bleiben Sie ruhig, atmen Sie gleichmäßig und geben Sie dem Auge Zeit. Der Nebel erscheint dann deutlicher.
Schalten Sie Handydisplays aus oder dimmen Sie sie rot. Ein heller Bildschirm zerstört die Dunkeladaption. Wer ein Teleskop nutzt, sollte vor dem Einblick die Sucherkappe abnehmen und den Sucher richtig justieren, wie in Sucherfernrohr justieren erklärt.
Hinweis:Sicherheit: Beobachten Sie ausschließlich bei Dunkelheit. Das Teleskop oder Fernglas darf nie in Richtung Sonne zeigen. Ein Blick in die Sonne ohne zertifizierten Sonnenfilter schädigt die Augen dauerhaft.
Häufige Fragen
Ist die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge zu sehen? Ja, an dunklem Himmel als schwacher länglicher Fleck. In der Stadt gelingt das meist nicht.
Welches Gerät ist am besten? Ein Fernglas ist für Einsteiger ideal, weil das Gesichtsfeld die ganze Galaxie fasst. Ein Teleskop zeigt mehr Details im Kern.
Warum sehe ich keine Spiralarme? Sie sind lichtschwach. Fotografien mit langer Belichtung zeigen sie, visuell bleiben sie nur zu ahnen.
Wann ist die beste Zeit? Im Herbst, wenn die Galaxie am Abend hoch steht. Der Himmel sollte dunkel und mondlos sein.
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